Zusammenbruch

Es ist sehr auffällig, dass im Moment viele um mich herum ständig Krankheiten ausgeliefert sind…teilweise alle zwei Wochen….und egal, welche Wortwahl (der Bekannten) die Krankheit umschrieben hat, egal welche Reaktionen sie daraufhin zeigten…

sei es ein: Jooo, ich leg mich einfach hin und es wird wieder…

oder ein: Ich bin schon wieder Erkältet…..

Und jeder von Ihnen quält sich nach ein paar Tagen Ruhe sofort wieder um „vollen Einsatz zu zeigen“….zu erbringen ist da ja kaum möglich…

Das schlechte Gewissen….bei manchen ist es unterschwellig, bei anderen offensichtlich….als bräuchten sie jemand, der Ihnen sagt:
Sag mal macht es Spaß dich ständig so auszupowern?
Wie lange denkst du wirst du das aushalten können?
Wer dankt dir dafür, wenn du als „Bazillenschleuder“ reingekrochen kommst?

Der Ihnen sagt, dass sie gerade sehr schlecht mit sich umgehen und es vielleicht das schlechte Gewissen kurz mal beruhigt, so für 5 Minuten…denn wenn man sich selbst übergeht, dann kommt ja das schlechte Gewissen erneut und immer wieder und wieder und…..

Wann haben wir aufgehört uns selbst wahrzunehmen, zuzuhören….etc.?
Wann haben wir angefangen das schlechte Gewissen als Wegbegleiter zu akzeptieren?
Wann haben wir Jammern und Klagen als gute Alternative empfunden?
Wann?

Ein Zusammenbruch kann warten…er ist geduldig und schöpft alles aus uns heraus….
damit wir wieder zu unser eigenen Schöpfung gelangen…..erden, zurückgeholt werden…Manche erleben das jedes Jahr oder in einem anderen Rhythmus….

Von einer Skala von 1-10…….eins ist ein wenig erschöpft und 10 die Absolute…..
Wo befindest du dich gerade? Und wie weit bist du bereit dich noch mehr zu opfern?

Meine derzeitige liegt bei einer 4, Tage zuvor hätte ich 7 getippt….und ich finde, dass das nicht wenig ist…durch Renovierung kam das zu Stande….nur meine Renovierung war nicht nur äußerlich, sondern auch von innen…da ging es nicht anders als mir zuzuhören, mich zu spüren und meine Wehwehchen….Streitlust…aufatmen….wegschmeißen….hinschmeißen….Ruhe….Fertigstellung….Freude….

Lieber Zusammenbruch,

Langsam habe ich dich satt. DU bist ein Begleiter und für viele Situationen war ich dir im Nachhinein sogar dankbar. Dankbar, dass du mich ins Leben zurückgeholt hast, denn ansonsten war ich oft einfach nur eine Maschine. Da ich finde, dass es aber nicht unbedingt immer so ablaufen muss, gehe ich mit dir einen Handel ein. Wenn du unbedingt kommen willst, dann kündige dich bitte vorher angemessen an, in dem du mich aufweckst vom offensichtlichen Tiefschlaf….mach mich aufmerksam dir zuzuhören und gehe bitte nicht bis zum Ende. Dafür werde ich nie bereit sein…..aber für Dialoge mit dir!

 

In Liebe Anny

15 Gedanken zu “Zusammenbruch

  1. eine Zeitlang fühlt sich das ja auch gut an, trotz (noch leichter) Krankheitssymptome viel zu leisten, besonders in einer Umgebung von leistungsorientierten Menschen – wo gibt es die nicht? Also powern wir mit dem „Kopf unter dem Arm“, als gäbe es kein morgen, bis wir dann irgendwann richtig flach liegen. Manche lernen etwas daraus, andere nicht und werden irgendwann ernsthaft krank. Pass auf dich auf, mit deinem Dialog bist du ja schon auf dem richtigen Weg 🙂

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    1. Danke dir!!!! Ja seit echt ein paar Monaten sind einige meiner Bekannten ständig krank…und ich spüre dieses Aufgeregt-sein…..“was soll ich nur machen?“-Denken oder das „Wird schon;ich geh Arbeiten“-Denken….ich muss bzw. darf ja auch immer wieder in diese Dialoge gehen, Gott sei Dank…nicht immer lerne ich daraus, aber werde mir immer ein Stückchen mehr bewusst wann STOP ist…Danke für deine Worte!!!

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  2. Ein treffender Text, bei dem ich mir einige der Fragen selbst gestellt habe.
    Ich glaube das mit der vorherigen Ankündigung ist ein Lernprozess – im Laufe der Jahre habe ich gemerkt, dass es diese Frühwarnzeichen schon gibt, ich sie nur nicht wahrnehmen konnte.

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  3. Wunderbar beschrieben und leider trifft es voll auf meinen Mann zu! Ich weiß nicht mehr die wieviele Erkältung in den letzten Monaten er anschleppte. Vorgestern 40 Fieber, zwei Tage im Bett gelegen, morgen geht er wieder arbeiten… Das macht mir richtig Sorgen!!

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    1. Ja, das kenne ich…dieser innere Drang dann etwas zu tun/tun zu müssen…da schwinkt so vieles mit leider…es ist eben nicht „nur“ die Krankheit…Erholung und das auch mal zu genießen, das ist echt selten hier um mich herum…klar kann ich das auch nicht immer…grad dann ist so eine Woche oder auch manchmal zwei, soooo notwendig (Auszeit)….wann sind wir bereit an einer Situation zu wachsen bzw. von ihr zu lernen? Oft am Tiefpunkt und nicht mal dann.Liebe Grüße und gute gute Besserung, ich drück die Daumen!Ich würde mir auch Sorgen machen, da bin ich auch so.

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  4. Zu 100% meine aktuelle Situation und du hast ja so Recht!! Eigentlich wissen wir das auch alle, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund quälen wir uns lieber, anstatt auf diese schlaue Stimme zu hören, die uns immer versucht ins Gedächtnis zu rufen, dass wir es doch besser wissen…. 🙂

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      1. Das ist eine gute Frage. Eigentlich wissen wir alle, was unser Körper uns damit sagen will. Manchmal lassen die Unstände es nicht zu, oder man glaubt dass es so ist, anderes hat Priorität.
        Besonders mit meiner Vorerkrankung eine für mich noch nicht beantwortbare Antwort.
        (Habe dieses Thema auch schon auf meinem Blog angeprochen….gar nicht so einfach…)
        Glg 🙂

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      2. Vielleicht noch nicht beantwortbar, aber sie geht ja nicht verloren und meldet sich immer mal wieder ….ja bei Vorerkrankungen ist es immer so ne Sache, hatte jetzt noch keine Zeit bei dir zu stöbern….Ganz Liebe Grüße

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